{"id":1014,"date":"2020-11-25T18:08:09","date_gmt":"2020-11-25T17:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/alexandraborchardt.com\/?p=1014"},"modified":"2020-11-25T18:09:19","modified_gmt":"2020-11-25T17:09:19","slug":"das-ende-des-journalistischen-bauchgefuehls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alexandraborchardt.com\/de\/das-ende-des-journalistischen-bauchgefuehls\/","title":{"rendered":"Das Ende des journalistischen Bauchgef\u00fchls"},"content":{"rendered":"\n<p><em><b>Warum tun sich Journalisten und ihr Publikum manchmal so schwer miteinander? Auch, weil h\u00e4ufig das Ma\u00df nicht stimmt. Das richtige Ma\u00df an Tempo, an News, Verst\u00e4ndnis, Vorwissen, Vielfalt. Und Teamarbeit.<\/b><\/em><\/p>\n<p>Da waren sie wieder, die zwei Seelen in meiner Brust, und sie rangen heftig miteinander. Als die amerikanische Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg im September ihren Kampf gegen den Krebs verlor, wollte sich die Leserinnen-Seele in tiefem Respekt vor der Juristin verneigen, die zur Ikone geworden war. Bis zuletzt hatte RBG, wie sie von ihren Fans fast z\u00e4rtlich genannt wurde, am Supreme Court f\u00fcr die gleiche Behandlung von Frauen und M\u00e4nnern, f\u00fcr die Rechte der Schwachen gefochten. Im Angesicht des Todes dieser gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeit h\u00e4tten auch die Redaktionen innehalten m\u00fcssen, fand die Leserin. Wenigstens f\u00fcr ein paar Stunden h\u00e4tten sie allein Ruth Bader Ginsburg w\u00fcrdigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Journalistinnen-Seele in mir hingegen verstand den Reflex nur allzu gut, der durch praktisch alle Schlagzeilen schwappte. Weiterdrehen, hei\u00dft der im Branchen-Jargon, zeigen, was man drauf hat an analytischer Sch\u00e4rfe und politischem Verstand, nicht stehenbleiben beim Ereignis, sondern die Folgen ausleuchten. Bader Ginsburg wird geahnt haben, dass Pr\u00e4sident Donald Trump, dem sie noch 87-j\u00e4hrig und schwerkrank die Stirn geboten hatte, selbst die Nachrichten \u00fcber ihr Lebensende dominieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Journalismus bedeutet auch Atemlosigkeit. Schneller sein als andere, besser als die Konkurrenz, weiter denken, pointierter kommentieren \u2013 manchmal wissen die Redakteurinnen, Reporter und Kommentatorinnen gar nicht mehr so genau, wen sie damit eigentlich beeindrucken wollen: wirklich das Publikum? Oder vielleicht doch eher den Ressortleiter, die Chefredakteurin, die Kollegen in einer von Krisen gezeichneten Branche? Oder gar nur sich selbst? Man hat das schlie\u00dflich so gelernt. Erster sein ist wichtig, und wenn man Zweiter ist, muss man wenigstens besser sein. \u201eBetter right than first\u201c hei\u00dft ein g\u00e4ngiger Lehrsatz in vielen Redaktionen, die nat\u00fcrlich trotzdem alles Erdenkliche daran setzen, &#8222;first&#8220; zu sein.<\/p>\n<p><strong>Wissen die Leser*innen das Tempo zu sch\u00e4tzen?<\/strong><\/p>\n<p>Aber wie sehen das diejenigen, f\u00fcr die dieser ganze Aufwand eigentlich betrieben werden sollte: die Leser, H\u00f6rerinnen, Zuschauer und Nutzerinnen? Wissen sie das Tempo zu sch\u00e4tzen? Fragt man sie, f\u00e4llt das Urteil recht wohlwollend aus. Rund zwei Drittel der Onlinenutzer stimmten laut dem <a href=\"https:\/\/reutersinstitute.politics.ox.ac.uk\/sites\/default\/files\/2019-06\/DNR_2019_FINAL_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Digital News Report<\/a> von 2019 der Aussage zu, dass die Medien gut darin seien, sie \u00fcber das Tagesgeschehen auf dem Laufenden zu halten. All die Push-Meldungen und eilig zusammengezimmerten Nachrichten zahlen sich also aus, k\u00f6nnte man meinen. Das w\u00e4re erfreulich, w\u00fcrde die Beurteilung anderer journalistischer Qualit\u00e4ten im Vergleich dazu nicht einigerma\u00dfen steil abfallen. Gerade einmal jeder zweite Onlinenutzer attestierte den Redaktionen n\u00e4mlich, die Meldungen des Tages auch angemessen zu erkl\u00e4ren. Noch weniger Studienteilnehmer waren der Meinung, dass Journalist*innen einen guten Job dabei machen, den M\u00e4chtigen auf die Finger zu schauen. In zwei Kategorien schnitten die Medien besonders schlecht ab. Nicht einmal jeder Dritte fand, dass die ausgew\u00e4hlten Themen f\u00fcr sein t\u00e4gliches Leben relevant sind. Und gerade einmal 16 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Medien in der Berichterstattung den richtigen Ton w\u00e4hlen. Der h\u00e4ufigste Vorwurf: Sie seien zu negativ.<\/p>\n<h2>&#8222;Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der digitalen Transformation ist nicht die Technik, sondern der Kulturwandel.&#8220;<\/h2>\n<p>Man kann das jetzt mit der Begr\u00fcndung abtun, dass das ja nur eine Umfrage ist. Man kann gar damit kontern, selbst viel gef\u00e4lligere Zahlen vorweisen zu k\u00f6nnen, wie es der Intendant eines deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders einmal in kleiner Runde getan hat. Man kann aber auch dar\u00fcber nachdenken. Beim <em>Digital News Report <\/em>handelt es sich immerhin um die weltweit gr\u00f6\u00dfte fortlaufende Online-Untersuchung zum Medienkonsum. Das <em>Reuters Institute for the Study of Journalism <\/em>der University of Oxford publiziert die Studie j\u00e4hrlich im Juni. Im laufenden Jahr hatten sich mehr als 80.000 Nutzer aus 40 L\u00e4ndern daran beteiligt, im genannten Jahr 2019 waren es nur unwesentlich weniger. Und auch wenn Durchschnittswerte in Umfragen nie die ganze Geschichte erz\u00e4hlen, ist die Tendenz eindeutig: Nach Meinung des Publikums ist Journalismus zwar aktuell, aber zum Teil nicht besonders relevant. Dazu sei er so negativ und in der Menge oft erschlagend, dass etwa ein Drittel der Leser*innen mindestens zeitweise zu Nachrichten-Verweigerern wird.<\/p>\n<p><strong>Ja, aber &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Wer dem Journalismus erst einmal aus dem Weg geht, weil er ihn nervt, \u00fcberfordert oder ihm keinen Mehrwert bietet, der ist nicht nur als zahlender Kunde verloren. Er oder sie taucht gar nicht erst in den Nutzerdaten auf, die Pr\u00e4ferenzen abbilden sollen und aus denen Redaktionen Schlussfolgerungen dar\u00fcber ziehen, was inhaltlich \u201el\u00e4uft\u201c. Noch schwerer wiegt allerdings: Journalismus-Verweigerer sitzen wom\u00f6glich schneller Falschmeldungen auf und sind generell weniger gut in der Lage, als B\u00fcrger*innen informierte Entscheidungen zu treffen. Die Publikumsn\u00e4he des journalistischen Angebots steht in direktem Verh\u00e4ltnis zur Qualit\u00e4t der Demokratie.<\/p>\n<p>Journalist*innen reagieren auf derartige Denkanst\u00f6\u00dfe h\u00e4ufig mit einem beherzten &#8222;Ja, aber&#8220;. Die Leser*innen verschl\u00e4ngen doch aber alles, was Katastrophe, Streit, Drama und Ungl\u00fcck in der Unterzeile habe. Die Nutzerdaten belegten dies. Investigativ-Reporter*innen widersprechen noch vehementer. Es sei schlie\u00dflich ihr Job, dem Publikum schlechte Laune zu machen. Nur wenn man Missst\u00e4nde aufdecke, \u00e4ndere sich etwas zum Guten, argumentieren sie. Beides stimmt. Die Frage ist nur: Findet der Journalismus das richtige Ma\u00df? Schlie\u00dflich geht es darum, ein gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliches Publikum zu begeistern. Wer die Job-Beschreibung &#8222;vierte Gewalt&#8220; ernst nimmt, darf sich nicht damit zufriedengeben, vor allem im politischen Betrieb oder von der Konkurrenz gelesen zu werden. &#8222;Warum hatten die das und wir nicht?&#8220;, diese Frage wird in den meisten Redaktionskonferenzen vermutlich mit mehr Nachdruck gestellt als: &#8222;Warum interessiert die Leute dieser Stoff nicht, und wie k\u00f6nnen wir das \u00e4ndern?&#8220;<\/p>\n<p>Eine zunehmend wichtige Frage f\u00fcr die demokratische Wirksamkeit von Journalismus ist au\u00dferdem, wen er \u00fcberhaupt (noch) erreicht. Wenn man ehrlich ist, war diese Quote noch nie so grandios. Zumindest dann nicht, wenn man die gesamte Gesellschaft als Grundlage nimmt. Den Qualit\u00e4tsmedien ist es zum Beispiel immer schon viel schwerer gefallen, Leserinnen \u2013 in diesem Fall bewusst in der weiblichen Form \u2013 f\u00fcr sich einzunehmen. Insbesondere bei Wirtschaftstiteln war (und ist) die Leserschaft zu rund 80 Prozent m\u00e4nnlich. Das liegt nicht daran, dass sich Frauen nicht f\u00fcr Wirtschaft oder Politik interessieren, im Gegenteil. Viele von ihnen f\u00fchlen sich nur nicht angesprochen von einem Journalismus, der sich in Ton und Inhalt rauf und runter um Wettbewerb, Sieg und Niederlage, Helden und gefallene Helden dreht. Leserinnen begeistern sich tendenziell mehr f\u00fcr Auswirkungen von Politik auf den Alltag, pers\u00f6nliche Geschichten, die auch Hoffnung machen, weil sie Wege aus Krisen aufzeigen. \u00dcber st\u00e4ndigen Schlagabtausch zu lesen, empfinden sie als erm\u00fcdend und Verschwendung ihrer ohnehin knapp bemessenen Zeit.<\/p>\n<p>Junge Leute kreiden den Medien den Hang zur schlechten Laune besonders stark an. Auch mit Sarkasmus und Ironie, auf die man in Redaktionen oft so stolz ist, kommen sie schlecht klar. Sie w\u00fcnschen sich vom Journalismus mehr Nutzwert f\u00fcr ihr Leben, bessere Erkl\u00e4rungen und gerne auch ein bisschen Spa\u00df \u2013 aber eben nicht jenen, der mit einer gewissen \u00dcberheblichkeit auf Kosten anderer geht. In pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen scheint dies ein ums andere Mal durch. Die qualitative Studie How Young People Consume News von Nic Newman vom Reuters Institute belegt ein entsprechendes Nutzerverhalten. Redaktionen m\u00fcssen diese Bed\u00fcrfnisse ernst nehmen. Schlie\u00dflich gibt es kaum ein Medienhaus, das nicht die Sorge hat, die nachwachsenden Generationen an Youtube- oder Instagram-Held*innen oder gleich ganz an Netflix zu verlieren.<\/p>\n<p>Aus der Perspektive der Demokratie sollte es Journalist*innen aber ganz besonders sorgen, dass der digitale Graben in der Mediennutzung tiefer wird. Diejenigen, die hochgebildet und versiert im Umgang mit Online-Angeboten sind, finden in der digitalen Informations- und Medienwelt heute sehr viel bessere, das hei\u00dft vielf\u00e4ltigere, hochwertigere und faktenreichere Angebote als in der Zeit vor Suchmaschinen und sozialen Netzwerken. Viele derjenigen hingegen, die fr\u00fcher wenigstens dann und wann mal zur Zeitung griffen, die Fernsehnachrichten anschalteten oder das Radio laufen lie\u00dfen \u2013 und sei es aus Langeweile \u2013, haben heute so viele M\u00f6glichkeiten zur Ablenkung und zum Zeitvertreib, dass sie immer seltener mit Journalismus in Kontakt kommen. Forschung belegt das.<\/p>\n<h2>&#8222;Nach Meinung des Publikums ist Journalismus zwar aktuell, aber zum Teil nicht besonders relevant.&#8220;<\/h2>\n<p>Journalismus hat also eine gewaltige Bringschuld. Es gilt, das Publikum in all seiner Vielfalt dort abzuholen, wo es ist: auf den Plattformen, die es nutzt, zu den Zeiten, an denen es sich dort aufh\u00e4lt, mit Formaten, die ihm gefallen. Voraussetzung ist allerdings, dass Redaktionen diese Vielfalt erst einmal erkennen. Das f\u00e4llt ihnen umso schwerer, je \u00e4hnlicher die Kolleginnen und Kollegen einander sind, ganz gleich ob das die Ausbildungswege, das Geschlecht, das Alter, die soziale oder die ethnische Herkunft betrifft.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer und verbreiteter Irrtum ist, dass man sich um Diversit\u00e4t immer noch k\u00fcmmern kann, wenn die digitale Transformation erst einmal bew\u00e4ltigt ist. Nein, Vielfalt steht im Kern des Wandels hin zu einem Angebot, das die Produkte vom Publikum her denkt. Anders formuliert: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der digitalen Transformation ist nicht die Technik, sondern der Kulturwandel. Diversit\u00e4t muss nicht nur geschaffen, sondern auch gesch\u00e4tzt und gelebt werden.<\/p>\n<p>Vor allem f\u00fcr Journalist*innen hei\u00dft das umlernen. Dabei geht es nicht nur um neue F\u00e4higkeiten, die man sich in ein paar Kursen draufschaffen kann. Die Digitalisierung hat die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Nutzern und Produzenten wenn nicht umgekehrt, so doch zumindest ins Wanken gebracht. Fr\u00fcher gab es B\u00fccher wie <em>Den Wirtschaftsteil der Zeitung richtig lesen und nutzen. <\/em>Auch wer gut ausgebildet war, sollte sich ruhig noch ein wenig anstrengen. Die Medien erzogen sich ihr Publikum, wer nicht folgen konnte, war raus. Das Geld kam ja ohnehin woanders her: von den Anzeigenkunden, die vor allem am zahlungskr\u00e4ftigen, gebildeten Publikum interessiert waren.<\/p>\n<p>Heute sind die Verlage auf jede zahlende Nutzerin, jeden Nutzer angewiesen. Gebrauchsanweisungen liest aber niemand mehr. Wer nicht intuitiv versteht, warum etwas wichtig ist, wie man es nutzt und worauf es ankommt, wendet sich ab. Ein anderes Angebot wartet schon. Die neue Aufgabenstellung hei\u00dft also: Nachrichten so anschaulich machen, dass sie m\u00f6glichst viele Menschen erreichen, die sie verstehen, nutzen k\u00f6nnen und sich dabei nicht langweilen.<\/p>\n<p><strong>Seite an Seite mit Entwicklern<\/strong><\/p>\n<p>Das Gute ist, dass es daf\u00fcr mehr Plattformen und M\u00f6glichkeiten gibt als je zuvor. Der Instagram-Post, das TikTok-Video, der Podcast, die interaktive Infografik, virtuelle Realit\u00e4t, ein Videospiel, der E-Mail-Newsletter \u2013 was sich f\u00fcr welche Stoffe und Zwecke eignet, l\u00e4sst sich ausprobieren. Anders als fr\u00fcher wei\u00df man heute dank neuer Datenf\u00fclle zum Gl\u00fcck ziemlich genau, was funktioniert. Wer es nicht immer genau wei\u00df sind die Redakteure und Reporterinnen, die ihr Berufsleben lang ihr Bauchgef\u00fchl trainiert haben. Das f\u00fchrt noch immer zu manchem Scoop. Aber im Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen in den Verlagsh\u00e4usern schwindet die Definitionsmacht der Journalist*innen. Produkte, die das Publikum begeistern, k\u00f6nnen nur Seite an Seite mit Entwicklern, Daten- und Marketing-Spezialisten erfunden, gebaut und getestet werden.<\/p>\n<p><strong>Das Bauchgef\u00fchl kann irren<\/strong><\/p>\n<p>Und es kommt noch schlimmer, wenn man das so formulieren will. &#8222;Die Leitung des Teams muss immer jemand von der Business-Seite haben&#8220;, sagt Anna Aberg, Digitalchefin der schwedischen Tageszeitung <em>Dagens Nyheter<\/em>, die sich durch besondere Innovationsfreude auszeichnet und bei den Digital-Abos schnell w\u00e4chst. Das ist f\u00fcr manch eine Journalist*in schwer zu ertragen. Es kratzt tief am Selbstverst\u00e4ndnis eines Berufsstands, in dem in weiten Teilen heute noch so ausgebildet und gef\u00fchrt wird wie vor 20 Jahren. Es ist ein Berufsstand, der alles Recht dazu hat, stolz darauf zu sein, was von Reporterinnen und Redakteuren t\u00e4glich geleistet, riskiert und durchgefochten wird, dessen Stolz aber viel zu h\u00e4ufig mit einem \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl einherging \u2013 dem Publikum gegen\u00fcber und auch den eigenen Kollegen. Mit gro\u00dfem Selbstverst\u00e4ndnis haben Journalist*innen die Mitstreiter*innen vom Marketing, der Infografik oder der IT-Abteilung lediglich als Zuarbeiter verstanden. Teamarbeit geht anders, Kundenorientierung auch.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck w\u00e4chst in den Verlagen eine neue Generation heran, die F\u00fchrung ernst nimmt und als st\u00e4ndiges Lernen versteht. Dazu geh\u00f6ren \u00fcbrigens auch jene \u00e4lteren Semester, die es nie gemocht haben, dass man jede schlampige, ungerechte oder unsinnige Entscheidung mit dem eigenen \u201eBauchgef\u00fchl\u201c rechtfertigen kann. Dies k\u00f6nnte den Ton nicht nur in den Redaktionskonferenzen ver\u00e4ndern, sondern wom\u00f6glich ebenso den der Produkte, f\u00fcr die sich die Nutzer*innen begeistern sollen.<\/p>\n<p>Journalist*innen leisten viel f\u00fcr die Demokratie. Manche riskieren daf\u00fcr ihre Gesundheit, einige sogar ihr Leben. Dennoch legitimiert sich Journalismus nur \u00fcber sein Publikum, wie Rasmus Kleis Nielsen, Direktor des <em>Reuters Institutes in Oxford<\/em>, zu sagen pflegt. Journalismus ist manchmal Kunst, aber viel \u00f6fter Dienstleistung. Seine Grundhaltung ist Mut. Vor allem aber sollte es auch Demut sein.\u00a0<\/p>\n<p><em>Dieser Text erschien in &#8222;Journalist&#8220;, gedruckte Ausgabe November 2020, <a href=\"https:\/\/www.journalist.de\/startseite\/detail\/article\/das-ende-des-journalistischen-bauchgefuehls\">online am 9. November 2020.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum tun sich Journalisten und ihr Publikum manchmal so schwer miteinander? Auch, weil h\u00e4ufig das Ma\u00df nicht stimmt. Das richtige Ma\u00df an Tempo, an News, Verst\u00e4ndnis, Vorwissen, Vielfalt. Und Teamarbeit. Da waren sie wieder, die zwei Seelen in meiner Brust, und sie rangen heftig miteinander. 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