{"id":851,"date":"2020-08-20T13:10:06","date_gmt":"2020-08-20T11:10:06","guid":{"rendered":"https:\/\/alexandraborchardt.com\/?p=851"},"modified":"2020-08-20T13:10:06","modified_gmt":"2020-08-20T11:10:06","slug":"wie-viel-meinung-vertraegt-der-journalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alexandraborchardt.com\/de\/wie-viel-meinung-vertraegt-der-journalismus\/","title":{"rendered":"Wie viel Meinung vertr\u00e4gt der Journalismus?"},"content":{"rendered":"\n<h3><em>Jour\u00adna\u00adlis\u00adten haben Pri\u00advi\u00adle\u00adgien, die anderen B\u00fcrgern in dem Umfang nicht zuste\u00adhen. Umso st\u00e4rker stehen sie in der Pflicht. Nur wer gut und unab\u00adh\u00e4n\u00adgig infor\u00admiert ist, kann als B\u00fcrger frei ent\u00adschei\u00adden.<\/em> <span id=\"more-38872\"><\/span><\/h3>\n<p>So viel Emp\u00f6\u00adrung hat Jour\u00adna\u00adlis\u00admus schon lange nicht mehr ver\u00adur\u00adsacht. Erst <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/media\/2020\/jun\/07\/new-york-times-editor-resigns-tom-cotton-oped-protests\">trat Anfang Juni der Leiter des Mei\u00adnungs\u00adres\u00adsorts der <em>New York Times <\/em>zur\u00fcck<\/a>. Er hatte den Gast\u00adbei\u00adtrag eines repu\u00adbli\u00adka\u00adni\u00adschen Sena\u00adtors durch\u00adge\u00adhen lassen, der in den Augen vieler Mit\u00adar\u00adbei\u00adter zu Gewalt gegen Pro\u00adtes\u00adtie\u00adrende der Black Lives Matter Bewe\u00adgung auf\u00adge\u00adru\u00adfen hatte. Welt\u00adweit wurde dar\u00adauf\u00adhin durch\u00adaus auch au\u00dfer\u00adhalb der Medi\u00aden\u00adbran\u00adche dar\u00fcber debat\u00adtiert, ob bei dem publi\u00adzis\u00adti\u00adschen Flagg\u00adschiff nun der Mei\u00adnungs\u00adplu\u00adra\u00adlis\u00admus durch die Into\u00adle\u00adranz der \u201ePoli\u00adti\u00adcal Cor\u00adrect\u00adness\u201c abge\u00adl\u00f6st wurde, oder ob es legi\u00adtime Inter\u00ades\u00adsen der Beleg\u00adschaft zu ver\u00adtei\u00addi\u00adgen galt. In Deutsch\u00adland schlug kurz darauf eine <a href=\"https:\/\/taz.de\/Abschaffung-der-Polizei\/!5689584\/\">Kolumne<\/a> in der <em>taz<\/em> Wellen, die bis ins Bun\u00addes\u00adin\u00adnen\u00admi\u00adnis\u00adte\u00adrium und letzt\u00adlich ins Kanz\u00adler\u00adamt schwapp\u00adten. Worum es ging, d\u00fcrfte kaum jeman\u00addem ent\u00adgan\u00adgen sein: Die Autorin Hen\u00adg\u00adameh Yag\u00adhoo\u00adbi\u00adfa\u00adrah hatte anl\u00e4ss\u00adlich der Debatte um Poli\u00adzei\u00adge\u00adwalt geschrie\u00adben, Poli\u00adzis\u00adten seien f\u00fcr nichts taug\u00adlich als f\u00fcr die M\u00fcll\u00adkippe. Seitdem tobt selbst in der <em>taz<\/em>-Redak\u00adtion ein Streit dar\u00fcber, ob das St\u00fcck legi\u00adti\u00admer Jour\u00adna\u00adlis\u00admus war. Bun\u00addes\u00adin\u00adnen\u00admi\u00adnis\u00adter Horst See\u00adhofer hatte sogar laut \u00fcber eine Straf\u00adan\u00adzeige nach\u00adge\u00addacht, Pres\u00adse\u00adfrei\u00adheit hin oder her. Und dann folgte im Juli auch noch der von zahl\u00adrei\u00adchen pro\u00admi\u00adnen\u00adten Autoren unter\u00adzeich\u00adnete offene Brief in <a href=\"https:\/\/harpers.org\/a-letter-on-justice-and-open-debate\/\">Harper\u2019s<\/a>, der sich wort\u00adge\u00adwal\u00adtig gegen die ver\u00admeint\u00adlich vor\u00adherr\u00adschende \u201eCancel Culture\u201c aus\u00adsprach, also in etwa eine Kultur der gut\u00adge\u00admein\u00adten Zensur.<\/p>\n<div class=\"libmod-author-box\">\n<p>\u00dcber das Richtig und Falsch in all diesen F\u00e4llen ist schon anderswo aus\u00adrei\u00adchend gestrit\u00adten worden. Die auf\u00adge\u00adheizte Debatte um beide Ereig\u00adnisse zeigt aber eins: Der Jour\u00adna\u00adlis\u00admus als solcher muss sich neu posi\u00adtio\u00adnie\u00adren in einer Welt der sozia\u00adlen Netz\u00adwerke und digi\u00adta\u00adlen Medien, die vor Mei\u00adnun\u00adgen, Behaup\u00adtun\u00adgen, Inter\u00adpre\u00adta\u00adtio\u00adnen und Pro\u00advo\u00adka\u00adtio\u00adnen nur so strotzt. Dabei stellen sich einige Fragen. Will er ein\u00adstim\u00admen in das Konzert \u2013 oder besser: die Kako\u00adpho\u00adnie \u2013 der Stimmen in der \u00dcber\u00adzeu\u00adgung, dass auf\u00adge\u00adkl\u00e4rte B\u00fcrger selbst in der Lage sind, sich aus der Viel\u00adfalt des Ange\u00adbots ihre Meinung zu bilden? Bem\u00fcht er sich soweit dies geht um Neu\u00adtra\u00adli\u00adt\u00e4t der Bericht\u00aderstat\u00adtung, um mit seinem Qua\u00adli\u00adt\u00e4ts\u00adver\u00adspre\u00adchen als Fels in der Bran\u00addung der Auf\u00admerk\u00adsam\u00adkeits-\u00d6ko\u00adno\u00admie zu bestehen? Oder muss er gerade diesen Anspruch sogar in Frage stellen, weil die ver\u00admeint\u00adli\u00adche Neu\u00adtra\u00adli\u00adt\u00e4t einem Ver\u00adst\u00e4nd\u00adnis von Jour\u00adna\u00adlis\u00admus ent\u00adspringt, das auf dem Bes\u00adser\u00adwis\u00adser\u00adtum der gebil\u00adde\u00adten, zumeist m\u00e4nn\u00adlich gepr\u00e4g\u00adten Mehr\u00adheits\u00adkul\u00adtur auf\u00adsetzt?<\/p>\n<\/div>\n<p>Glaubt man dem j\u00fcngst ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adli\u00adchen <a href=\"http:\/\/digitalnewsreport.org\/\">Digital News Report<\/a> des Reuters Insti\u00adtu\u00adtes in Oxford, der welt\u00adweit gr\u00f6\u00dften fort\u00adlau\u00adfen\u00adden Studie zum digi\u00adta\u00adlen Medi\u00aden\u00adkon\u00adsum, w\u00fcnscht sich die Mehr\u00adheit der Befrag\u00adten eine zumin\u00addest um Objek\u00adti\u00advi\u00adt\u00e4t bem\u00fchte Bericht\u00aderstat\u00adtung. In Deutsch\u00adland gaben dies sogar 80 Prozent der Teil\u00adneh\u00admen\u00adden zu Pro\u00adto\u00adkoll. Ent\u00adspre\u00adchend gering ist hier\u00adzu\u00adlande der Anteil der\u00adje\u00adni\u00adgen, die in den Medien ihre eigenen Mei\u00adnun\u00adgen best\u00e4\u00adtigt finden oder mit anderen Per\u00adspek\u00adti\u00adven aus der Reserve gelockt werden wollen. Der Slogan \u201eFakten, Fakten, Fakten\u201c kommt einem in den Sinn, mit dem der <em>Focus<\/em> einst gegen den <em>Spiegel<\/em> antre\u00adten wollte. In L\u00e4ndern mit starken \u00f6ffent\u00adlich-recht\u00adli\u00adchen Sen\u00adde\u00adan\u00adstal\u00adten sind diese Vor\u00adlie\u00adben \u00fcbri\u00adgens \u00e4hnlich ver\u00adteilt, wohin\u00adge\u00adgen in st\u00e4rker pri\u00advat\u00adwirt\u00adschaft\u00adlich gepr\u00e4g\u00adten Medien-Land\u00adschaf\u00adten Mei\u00adnungs\u00adplu\u00adra\u00adlis\u00admus st\u00e4rker gefragt ist.<\/p>\n<p>Lese\u00adrin\u00adnen und Leser w\u00fcn\u00adschen sich zudem immer wieder, dass Kom\u00admen\u00adtare klar als solche gekenn\u00adzeich\u00adnet werden. Das ist beson\u00adders wichtig in den sozia\u00adlen Netz\u00adwer\u00adken, wo Mei\u00adnungs\u00adst\u00fc\u00adcke ohne Bindung an eine spe\u00adzi\u00adelle Seite im Nach\u00adrich\u00adten\u00adfluss auf\u00adtau\u00adchen und das dazu\u00adge\u00adh\u00f6\u00adrige Fak\u00adten\u00adst\u00fcck eher selten zus\u00e4tz\u00adlich ser\u00adviert wird. \u201eJour\u00adna\u00adlis\u00adten wissen, das Nach\u00adrich\u00adten und Kom\u00admen\u00adtare getrennt sind, aber Leser k\u00f6nnen das oft nicht aus\u00adein\u00adan\u00adder\u00adhal\u00adten\u201c, schreibt der Jour\u00adna\u00adlis\u00admus-Pro\u00adfes\u00adsor Kevin Lerner in <a href=\"https:\/\/www.niemanlab.org\/2020\/06\/journalists-know-news-and-opinion-are-separate-but-readers-often-cant-tell-the-difference\/?utm_source=Daily+Lab+email+list&amp;utm_campaign=0c0f12eb97-dailylabemail3&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_d68264fd5e-0c0f12eb97-396430823\">einem vom Nieman Lab der Harvard Uni\u00adver\u00adsity ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adlich\u00adten Beitrag<\/a>. Dabei sind in der angel\u00ads\u00e4ch\u00adsi\u00adschen Tra\u00addi\u00adtion die Rollen von Repor\u00adtern und Kom\u00admen\u00adta\u00adto\u00adren sogar strikt getrennt, wohin\u00adge\u00adgen Jour\u00adna\u00adlis\u00adten in Deutsch\u00adland sehr oft beides tun: berich\u00adten und kom\u00admen\u00adtie\u00adren. Das schafft eher noch mehr Ver\u00adwir\u00adrung.<\/p>\n<p>Es spricht also einiges f\u00fcr das Modell \u201eFels in der Bran\u00addung\u201c: Qua\u00adli\u00adt\u00e4ts\u00adjour\u00adna\u00adlis\u00admus sollte sich gerade dadurch aus\u00adzeich\u00adnen, dass er anhand von Fakten und Daten Ori\u00aden\u00adtie\u00adrung bietet, Situa\u00adtio\u00adnen und Akti\u00advi\u00adt\u00e4\u00adten genau beschreibt und sich damit zur\u00fcck\u00adh\u00e4lt, alles sofort zu bewer\u00adten. Damit dient er einem Publi\u00adkum, das zuneh\u00admend ver\u00adun\u00adsi\u00adchert ist und Ori\u00aden\u00adtie\u00adrung ver\u00admisst inmit\u00adten der Mei\u00adnun\u00adgen von Betrof\u00adfe\u00adnen, Exper\u00adten und der\u00adje\u00adni\u00adgen, die sich f\u00fcr Exper\u00adten halten. So viel Plu\u00adra\u00adlis\u00admus war schlie\u00df\u00adlich nie. Daf\u00fcr spricht auch, dass das Ver\u00adtrauen in die Medien laut Digital News Report weiter gesun\u00adken ist. Nur noch 38 Prozent der Befrag\u00adten in den unter\u00adsuch\u00adten 40 L\u00e4ndern und M\u00e4rkten ver\u00adtrauen dem Jour\u00adna\u00adlis\u00admus gene\u00adrell, das sind vier Pro\u00adzent\u00adpunkte weniger als im ver\u00adgan\u00adge\u00adnen Jahr. Selbst den Marken, die er oder sie selbst regel\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfig nutzt, ver\u00adtraut nicht einmal jeder Zweite. Auf\u00adkl\u00e4\u00adrung durch Fakten klingt da nach einer guten Idee.<\/p>\n<p>Bei n\u00e4herem Hin\u00adschauen ist die Sache kom\u00adpli\u00adzier\u00adter. Zun\u00e4chst einmal hat das, was Lese\u00adrin\u00adnen und Leser \u00fcber ihre Bed\u00fcrf\u00adnisse sagen, nicht unbe\u00addingt etwas mit dem zu tun, was sie tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich lesen. Sie m\u00f6gen sich Neu\u00adtra\u00adli\u00adt\u00e4t w\u00fcn\u00adschen, aber sie klicken dann doch viel lieber auf den poin\u00adtier\u00adten Kom\u00admen\u00adtar. Redak\u00adtio\u00adnen wissen anhand von Daten, dass sie damit eher Reich\u00adweite erzie\u00adlen als mit so manch einem fak\u00adten\u00adge\u00adtr\u00e4nk\u00adten St\u00fcck. Das gelingt vor allem mit Texten, an denen sich die Gem\u00fcter erhit\u00adzen. Und Reich\u00adweite ist nicht nur gut f\u00fcr Anzei\u00adgen\u00adkun\u00adden, sondern auch will\u00adkom\u00adme\u00adnes Mar\u00adke\u00adting in einer Zeit, in der viele Medi\u00aden\u00adh\u00e4u\u00adser um ihr wirt\u00adschaft\u00adli\u00adches \u00dcber\u00adle\u00adben k\u00e4mpfen. Zumal Kom\u00admen\u00adtare deut\u00adlich bil\u00adli\u00adger zu pro\u00addu\u00adzie\u00adren sind als auf\u00adw\u00e4n\u00addige Recher\u00adchen. Man braucht dazu ledig\u00adlich Mit\u00adar\u00adbei\u00adter mit Meinung und Schreib\u00adge\u00adr\u00e4t, los geht\u2019s. Die Algo\u00adrith\u00admen der Platt\u00adform-Kon\u00adzerne tun ihr \u00fcbriges, indem sie Stoffe nach oben sp\u00fclen, an denen sich viele Men\u00adschen reiben.<\/p>\n<p>Ein wei\u00adte\u00adrer Grund ist kom\u00adple\u00adxer. Genera\u00adtio\u00adnen von Jour\u00adna\u00adlis\u00adten haben das Credo der Objek\u00adti\u00advi\u00adt\u00e4t hoch\u00adge\u00adhal\u00adten, noch heute zitiert manch einer von ihnen das Bonmot des ehe\u00adma\u00adli\u00adgen Tages\u00adthe\u00admen Mode\u00adra\u00adtors Hanns Joachim Fried\u00adrich, dass sich ein Jour\u00adna\u00adlist niemals mit einer Sache gemein machen solle, nicht einmal mit einer guten. Nat\u00fcr\u00adlich machten sich Jour\u00adna\u00adlis\u00adten schon damals mit aller\u00adlei Sachen gemein. Eine der Kern\u00adauf\u00adga\u00adben des Jour\u00adna\u00adlis\u00admus ist es ja, denen eine Stimme zu geben, die sonst niemand h\u00f6ren w\u00fcrde. Aber indem man andere spre\u00adchen lie\u00df, trat man als Kom\u00adpo\u00adnist des St\u00fccks schein\u00adbar in den Hin\u00adter\u00adgrund \u2013 auch wenn man genau das war: die Sch\u00f6p\u00adfe\u00adrin, die einem Text Struk\u00adtur, Klang und Emotion verlieh und ihn auf diese Weise sehr sub\u00adjek\u00adtiv pr\u00e4gte. J\u00fcngere Jour\u00adna\u00adlis\u00adten finden die Debatte um Objek\u00adti\u00advi\u00adt\u00e4t deshalb ver\u00adlo\u00adgen. Jede und jeder bringe ohnehin seine eigene Per\u00adspek\u00adtive mit, argu\u00admen\u00adtie\u00adren sie, und das sei auch gut so. Ein Genera\u00adtio\u00adnen\u00adkon\u00adflikt schwelt.<\/p>\n<p>In dem Argu\u00adment steckt Wahr\u00adheit. Schwie\u00adrig wird es aber dann, wenn mit der Begr\u00fcn\u00addung von Viel\u00adfalt jedes jour\u00adna\u00adlis\u00adti\u00adsche Produkt eine Daseins\u00adbe\u00adrech\u00adti\u00adgung erh\u00e4lt \u2013 eine miss\u00adra\u00adte\u00adnen Kolumne ebenso wie ein Gewalt sank\u00adtio\u00adnie\u00adren\u00adden Gast\u00adbei\u00adtrag. Die Pres\u00adse\u00adfrei\u00adheit ist ein von der Ver\u00adfas\u00adsung gesch\u00fctz\u00adtes Gut. Aber Frei\u00adheits\u00adrechte gehen immer mit einer beson\u00adde\u00adren Ver\u00adant\u00adwor\u00adtung einher. Die Frei\u00adheit des einen h\u00f6rt immer dort auf, wo die des anderen beginnt. Die Grenzen m\u00fcssen demo\u00adkra\u00adtisch aus\u00adge\u00adhan\u00addelt werden. Respekt, Anstand und R\u00fcck\u00adsicht\u00adnahme sind Bau\u00adsteine der Frei\u00adheit. Je weniger davon vor\u00adhan\u00adden ist, umso mehr Regeln werden gebraucht.<\/p>\n<p>Jour\u00adna\u00adlis\u00adten haben Pri\u00advi\u00adle\u00adgien, die anderen B\u00fcrgern in dem Umfang nicht zuste\u00adhen. Umso st\u00e4rker stehen sie in der Pflicht. Anders als die\u00adje\u00adni\u00adgen, die in den sozia\u00adlen Netz\u00adwer\u00adken einfach mal flapsig vor sich hin mut\u00adma\u00ad\u00dfen und meinen, gilt f\u00fcr Repor\u00adte\u00adrin\u00adnen und Kom\u00admen\u00adta\u00adto\u00adren der Pres\u00adse\u00adko\u00addex. Und ein gene\u00adrel\u00adles Bewusst\u00adsein daf\u00fcr, was man mit der Macht, die einem ver\u00adlie\u00adhen ist, anrich\u00adten kann, sollte bei der Berufs\u00adwahl zur Grund\u00adaus\u00adstat\u00adtung geh\u00f6ren. Ebenso wie es in Redak\u00adtio\u00adnen eine Sorg\u00adfalts\u00adpflicht gibt, die m\u00f6g\u00adli\u00adchen Wir\u00adkun\u00adgen von Reich\u00adweite vor einer Ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adli\u00adchung abzu\u00adsch\u00e4t\u00adzen. Wird diese Sorg\u00adfalt nicht ange\u00adwandt, schadet das nicht nur den Redak\u00adteu\u00adrin\u00adnen und Repor\u00adtern, die ihre Ver\u00adant\u00adwor\u00adtung ernst nehmen, sondern dem Jour\u00adna\u00adlis\u00admus als Ganzem. Und wer das Ansehen des Jour\u00adna\u00adlis\u00admus besch\u00e4\u00addigt, schr\u00e4nkt die Frei\u00adheits\u00adrechte der Gesell\u00adschaft ein. Denn nur wer gut und unab\u00adh\u00e4n\u00adgig infor\u00admiert ist, kann als B\u00fcrger frei ent\u00adschei\u00adden.<\/p>\n<p><em>Diese Kolumne erschien am 4. August 2020 bei <a href=\"https:\/\/libmod.de\/wie-viel-meinung-vertraegt-der-journalismus\/\">Zentrum Liberale Moderne.<\/a><\/em>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jour\u00adna\u00adlis\u00adten haben Pri\u00advi\u00adle\u00adgien, die anderen B\u00fcrgern in dem Umfang nicht zuste\u00adhen. Umso st\u00e4rker stehen sie in der Pflicht. Nur wer gut und unab\u00adh\u00e4n\u00adgig infor\u00admiert ist, kann als B\u00fcrger frei ent\u00adschei\u00adden. So viel Emp\u00f6\u00adrung hat Jour\u00adna\u00adlis\u00admus schon lange nicht mehr ver\u00adur\u00adsacht. Erst trat Anfang Juni der Leiter des Mei\u00adnungs\u00adres\u00adsorts der New York Times zur\u00fcck. 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