Es gibt viele Annahmen zum Medienkonsum von jungen Menschen – und für die meisten gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Die viel beschriebene Gen Z interessiert sich nämlich durchaus für Journalismus, sie schaut nicht nur kurze Videos sondern vertieft sich gerne in Inhalte, wenn sie sich davon angesprochen fühlt. Dies haben Jana Koch von der Mediengruppe Wiener Zeitung in unserer Studie „Knapp daneben ist auch vorbei“ herausgefunden, die am 8. April 2026 erschienen ist. Jana hat in Österreich mit jungen Menschen und Medienschaffenden gesprochen, ich habe internationale Experten interviewt. Herausgekommen ist ein 150-seitiges Buch (siehe unten). Darin kann man lesen: Die meisten Redaktionen haben durchaus Ideen, wie man junge Leute ansprechen könnte. Aber das Tagesgeschäft ist geprägt von Routinen, die Kolleg:innen im Alter der Zielgruppe kopieren aus guten Gründen das Althergebrachte, statt Neues zu entwickeln, es wird mehr über als mit jungen Menschen gesprochen. Was auf jeden Fall schiefgeht: sich anzubiedern. Das haben uns gleich mehrere Experten gesagt. Cool können junge Leute nämlich selbst. Sie erwarten von Medienhäusern, sie verständlich und zuverlässige darüber aufzuklären, was in der Welt passiert, die Themen können dabei ruhig schwierig sein. Die Studie kann man in voller Länge hier herunterladen, zum Reinlesen gibt es ein Executive Summary. Und die Experten-Interviews findet man im Wortlaut hier.


