Meine Meinung

Journalismus muss schlechte Laune machen – aber bitte nicht immer!

Manchmal hilft offenbar nur noch abschalten. Menschen, die Nachrichten und anderen journalistischen Produkten bewusst aus dem Weg gehen, nennen dafür in Umfragen durchweg vor allem einen Grund: Journalismus mache ihnen schlechte Laune. Und in der Corona-Krise, wen wundert’s, wandert die Stimmung offenbar besonders häufig in den Keller. Nach einem anfänglichen Run auf Nachrichtenangebote aller Art …

Braucht der digitale Journalismus Stars?

Der bislang größte Scoop in der Corona-Krise ist womöglich dem NDR gelungen. Mit dem Charité-Virologen Christian Drosten hatte der Sender recht früh in der Pandemie einen Experten aufgetan, der so kundig, verständlich und sympathisch über Aerosole, Inkubationszeiten und Antikörper-Tests erzählen konnte, dass ihm schon nach kurzer Zeit halb Deutschland lauschte. Am 26. Februar gab es …

Quote, sportlich genommen – Was Redaktionen vom 50:50 Projekt der BBC lernen können

Dürfte man sich noch so unbeschwert ins Gesicht fassen wie früher, hätte man sich womöglich die Augen gerieben. Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr, eröffnete kürzlich einen Gastbeitrag in Die Zeit mit den Worten, dass seit Tagen etwas in ihr arbeite: „Ich möchte etwas dazu schreiben, aber ich traue mich nicht.“ Bitte? Die Chefin …

Diskriminierende Datenfresser: Tracing Apps schaden womöglich mehr als sie nutzen

Wenn die Corona-Pan­de­mie eines zeigt, ist es das: Frei­heit wirkt. Man mag geteil­ter Meinung darüber sein, ob das überall und für jeden gilt, oder ob man über­haupt noch von Frei­heit reden kann, wenn unter der viralen Bedro­hung die meisten Abwei­chun­gen von ver­nünf­ti­gen Ver­hal­tens­wei­sen mit Ver­bo­ten belegt sind. Aber im Großen und Ganzen halten sich Men­schen …

Der Journalismus und seine Gegner: Mehr Optimismus wagen

Bei der Lektüre des jährlichen World Press Freedom Index der Organisation Reporter Ohne Grenzen (RSF) musste man sich schon immer auf die Portion Optimismus besinnen, die man braucht, um für eine bessere Medienzukunft zu streiten. In diesem Jahr fällt das noch schwerer als sonst. Für die Forscher von RSF entscheidet sich in diesem Jahrzehnt das …

„Fake News“ und die Corona-Krise: Das Problem sind die „Real News“

Es war am 2. Februar 2020. Weltweit hatten Behörden gerade einmal knapp 15 000 an Covid-19 erkrankte Patienten registriert. Noch schlummerten die Karnevalskostüme in den Schränken, die Skier für die Ferien in Wolkenstein oder Ischgl warteten auf ihren Schliff. Für Reisen empfahl die Weltgesundheitsorganisation keine besonderen Vorkehrungen. Auch von einer Pandemie sprachen die WHO-Experten zu …

Job Titel: Managing Roboter

Automatisierung in der Redaktion, für manch einen mag das nach Arbeitsplatzabbau klingen. Tatsächlich kann sie Medienhäusern beim Überleben helfen und den Journalismus verbessern. Es kommt ganz darauf an, was man damit macht.    Wenn Unternehmen jetzt für Produkte werben, die Corona im Titel tragen, stellt sich zuweilen Misstrauen ein. Schließlich gilt: Keine Krise ohne Krisengewinnler, …

Die andere Papier-Krise – Corona bringt die gedruckte Zeitung in Lebensgefahr

Clayton Christensen hat die Corona-Krise nicht mehr erlebt. Der Professor der Harvard Business School, der das heute so salonfähige Konzept der disruptiven Innovation entwickelt hat, starb im Januar dieses Jahres an Krebs. In seinem Buch „The Innovators Dilemma“ hatte er sich mit den Schwierigkeiten erfolgreicher Unternehmen befasst, neue Technologien nicht nur halbherzig zu integrieren, sondern …

Information jetzt – In der Corona-Krise rettet Qualitätsjournalismus Leben

In der Coro­na­krise sind akku­rate, ver­ständ­li­che, fak­ten­treue Medien ent­schei­dend dafür, wie Ein­zelne handeln und damit wie Gesell­schaft und Wirt­schaft funk­tio­nie­ren. Nur Qua­li­täts­me­dien mit ihrer Reich­weite quer durch alle sozia­len Schich­ten können diese Aufgabe über­neh­men. Kri­sen­zei­ten sind keine Zeiten für Bes­ser­wis­ser. Es sind die Stunden der­je­ni­gen, die es besser wissen. Dies sollten sich alle zu Herzen …

Echt jetzt? In einer Welt, die aus Daten gebaut wird, ist die Realität angezählt

In der digitalen Welt sind „Fake News“ nur ein Symptom für ein Phänomen: Was Realität ist und was nicht, wird zunehmend verschwimmen. Das kann Gutes bewirken. Aber es gibt auch einige Risiken. Erinnert sich noch jemand an „Second Life“? Als das kalifornische Linden Lab das Online-Spiel 2003 auf den Markt brachte, sah das irgendwie nach …

Journalismus darf etwas kosten!

Das Angebot an Infor­ma­tio­nen und Mei­nun­gen ist zu einem Über­an­ge­bot gewor­den. Der Preis für viele jour­na­lis­ti­sche Pro­dukte ten­diert gegen Null. Deshalb müssen Zei­tungs­häu­ser und Medi­en­kon­zerne die Bedürf­nisse ihres Publi­kums ergrün­den. Bezahl­mo­delle funk­tio­nie­ren im Lokal­jour­na­lis­mus beson­ders gut. Wenn es um ihre eigenen Pro­dukte geht, geben sich manche Jour­na­lis­ten erstaun­lich wenig selbst­be­wusst. „Leider, leider steht dieser Text …

Rettet den Journalismus für alle! Warum es öffentlich-rechtliche Medien geben muss

Es wird viel bemän­gelt am öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk: zu kri­tisch, zu unkri­tisch, zu links, zu behäbig, als Konzept überholt. Aber ohne Sender, die durch öffent­li­che Finan­zie­rung den unmittelbaren Zwängen des Marktes enthoben sind, wäre die Demo­kra­tie in Gefahr. Wenn sich jemand, der einst im Glitzer-Outfit auf der Bühne rockte, in Sakko und Strei­fen­hemd wirft und dort …

Wir brauchen digital mündige Bürger!

Das Phä­no­men der Fake News wird sich in Zukunft noch ver­stär­ken. Ändern lässt sich das kaum. Deshalb sind Kam­pa­gnen zur digi­ta­len Mün­dig­keit min­des­tens so not­wen­dig wie einst jene zur Alpha­be­ti­sie­rung. Für die­je­ni­gen, die mit der rasan­ten Ver­brei­tung von „Fake News“ das Ende der Demo­kra­tie her­an­na­hen sehen, dürfte 2020 ein beun­ru­hi­gen­des Jahr werden. Die Wahlen in …

Mehr Debatte war nie!

Angeblich schirmen uns die Algorithmen von allen Einflüssen ab, die unser Weltbild stören könnten. Doch so griffig die Metapher der Filterblase auch ist: Sie stimmt nicht. Wenn es theoretische Konzepte in die Alltagssprache schaffen, freuen sich Akademiker*innen üblicherweise. Hat die Wissenschaft der Welt also doch etwas zu sagen, das jenseits des Hörsaals relevant ist. In …

Warum Journalismus mehr Haltung und weniger Meinung braucht

„Haltung“ – im Zusam­men­hang mit Jour­na­lis­mus ist dieses Wort in Miss­kre­dit geraten. Heute wird es häufig mit „Mei­nungs­ma­che“ gleich­ge­setzt. Eine Verteidigung dieses zwi­schen „Meinung“ und „Neu­tra­li­tät“ ein­ge­zwäng­ten Begriffs. Zunächst klang es nach einer Geschichte, die Hoff­nung machte: Die bis dahin weit­ge­hend unbe­kann­ten Soft­ware-Mil­lio­näre Silke und Holger Fried­rich kauften der Kölner Dumont Medi­en­gruppe den tra­di­ti­ons­rei­chen Ber­li­ner Verlag …

Keine Angst vor Trollen: Fünf Gründe, warum das Internet noch zu retten ist

Manchmal sieht es so aus, als sei das Internet vom Werkzeug der Unterdrückten zum Instrument der Unterdrücker geworden. Aber es gibt Fakten, die Hoffnung machen. Trotz Trump, Fake-News und Troll-Fabriken bleibt das Internet ein Zukunftsversprechen.  Für Inter­net-Opti­mis­ten hält ein neuer Report aus Oxford ver­stö­ren­den Lese­stoff parat: Schon mehr als ein Drittel aller Staats­re­gie­run­gen nutzt das …

Eine Frage der Macht – Was die Digitalisierung Frauen bringt

Es ist einfach, die Digitalisierung als Erfolgsgeschichte zu erzählen. Hält sie doch all dies bereit: unendliche Möglichkeiten, sich mit Menschen zu verbinden, sich die Welt zu erschließen, Probleme per Datenauswertung zu lösen, sich vielfältiger Mühen des Alltags zu entledigen und sich damit eine nie da gewesene Bequemlichkeit leisten zu können. Es ist ebenso einfach, die …

Mutter, Vater, Roboter – Elternsein in der digitalen Welt: Wie geht das?

Manchmal mag man auch das nicht mehr hören: Wie aufregend, frei und locker das war in den 70ern, als man als Kind noch unangeschnallt auf der Rückbank in den Urlaub chauffiert wurde und mit Freunden draußen am Fluss rumtobte bis zum Dunkelwerden. Jeder kennt solche Geschichten oder hat sich – je nach Alter –schon dabei …

Vom guten Ton – Wie Sprachassistenten die Gesellschaft verändern könnten

Wie sich das mit der Höflichkeit entwickeln wird, ist noch nicht ganz ausgemacht. Die einen vermuten, dass wir uns die Welt künftig nur noch im Befehlston erobern. „Alexa, bestell mir Pizza Funghi!“, „Google, weck mich morgen um sieben!“ – noch verstehen die Sprachroboter, die uns zunehmend umgeben, klare Ansagen am besten. Und wenn man nicht …

Warum wir das Effizienz-Diktat brechen müssen

Es gehe vor allem darum, »sinnstiftende Verbindungen unter Freunden zu fördern«, hatte Mark Zuckerberg gesagt. Mit diesen Worten begründete der Facebook-Chef offiziell, dass der Algorithmus des Plattformunternehmens Beiträge von Privatleuten bald höher bewerten würde als jene von Medien. Das Ergebnis zeigte sich prompt. Während die Nutzer/innen nach wie vor viel Zeit in den digitalen sozialen …

Was kostet die Freiheit?

Algorithmen können Gleichberechtigung fördern, Social Media kann zum Wählen motivieren: Technologie ermöglicht den Menschen, ihre Rechte zu verteidigen. Aber sie liefert autoritaeren Staaten auch die Mittel, durch Überwachung und Zensur genau diese Freiheit zu beschneiden. Über ein Dilemma und das, was zu tun ist. In der Redaktion der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter ist man ziemlich …

Rettet die Freiheit in die digitale Welt!

Offenbar war ein echter Datenskandal nötig, um die Debatte über die Freiheit in der digitalen Welt voll zu entfachen. Denn tatsächlich ahnten Bürger schon vor den Enthüllungen rund um Cambridge Analytica, dass ihre Daten bei Facebook – und nicht nur dort – ziemlich transparent und abrufbar gelagert werden. Nun musste Facebook-Chef Mark Zuckerberg zum Büßen …

Mit Technologie zu neuer publizistischer Qualität

Der Journalismus wurde schon totgesagt, dabei ist das Internet für ihn auch eine große Chance. Fünf Anmerkungen zu Technologie und Journalismus. Mit Mondlandungen hat es Martin Baron, Chefredakteur der Washington Post, nicht so, mit Rollkoffern umso mehr. Der Menschheit sei es eher gelungen, jemanden zum Mond zu schicken, als Gepäck mit Rollen zu versehen, sagte er …

Das Grundeinkommen ist nur ein Märchen

Ob links oder rechts, ob Top-Manager oder auf Hartz IV: Alle lieben das Grundeinkommen. Dabei wird es die Ungleichheit weiter zementieren. Wäre die Digitalisierung ein Märchen, würde es höchstwahrscheinlich mit diesem oder einem ähnlichen Satz schließen: „Dann erhielten alle Menschen ein Grundeinkommen, und gemeinsam mit den Robotern lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Ende.“ …

Warum das Netz voller Hass ist – und was dagegen hilft

Hasskommentare gibt es auch offline, aber soziale Medien verschärfen das Problem. Forscher suchen nach Lösungen – doch die bergen Risiken. Wenn sich selbst Amerikaner fragen, ob wirklich jede Art von freier Meinungsäußerung erlaubt sein muss, dann ist die Lage ernst. „Hassrede, die nur durch die Buchstabenzahl begrenzt ist“, überschrieb der Medienkolumnist der New York Times …

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